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App-Store-Screenshot-Untertitel, die konvertieren

App-Store-Screenshot-Untertitel, die konvertieren
TL;DR. 6–9 Wörter. Verb zuerst. Konkrete Substantive, keine Buzzwords. Ein Claim pro Panel. Prüfe den Untertitel in Thumbnail-Größe, bevor du veröffentlichst. Klingt er wie ein Slogan, schreib ihn neu.

Untertitel für App-Store-Karussells folgen einer eigenen Logik, die sich nicht aus allgemeinem Texter-Handwerk ableiten lässt. Die Rahmenbedingungen sind enger: 6–9 Wörter, Position oben im Panel, Lesbarkeit in Thumbnail-Größe, eine einzige Screen-Lesezeit. Untertitel, die von Textern für Website-Hero-Bereiche geschrieben wurden, brauchen fast immer einen zweiten Durchgang.

Die fünf Regeln, die wirklich halten

1. Länge: 6–9 Wörter

Untertitel unter 5 Wörtern wirken sloganhaft („Master your money!“). Untertitel über 10 Wörtern umbrechen in Karussell-Thumbnail-Größe unvorhersehbar, und die zweite Zeile wird oft abgeschnitten. Der Sweet Spot sind 6–9 Wörter für einzeilige Untertitel oder 4+4 für zweizeilig gestapelte Untertitel.

2. Verb zuerst

Zum Vergleich:

  • Verb zuerst: „Track every meal you eat.“ (5 Wörter, handlungsorientiert)
  • Nomen zuerst: „Meal tracking made easy.“ (4 Wörter, marketingorientiert)
  • Vollständiger Satz: „A simple way to track every meal.“ (7 Wörter, werbetextstil)

Verb zuerst liest sich wie Produkt-Copy – was die App macht. Die anderen beiden lesen sich wie Marketing-Copy – was das Team, das die App verkauft, dich fühlen lassen will. Produkt-Copy konvertiert in Karussell-Thumbnails besser, weil Nutzer, die den App Store durchsuchen, schnell verstehen wollen, was die App tut.

3. Konkrete Substantive, keine Buzzwords

Die Wörter, die als Füllsel auffallen:

  • „Powerful“ – so oft verwendet, dass es unsichtbar geworden ist. Streichen.
  • „Seamless“ – beschreibt ein UX-Ergebnis, das der Nutzer anhand eines Screenshots nicht überprüfen kann. Streichen.
  • „Intuitive“ – dasselbe. Streichen.
  • „Robust“ – ingenieurstechnisches Eigenlob. Nutzer interessiert das nicht. Streichen.
  • „All-in-one“ – vage Positionierungsaussage. Ersetzen durch das, was konkret gemeint ist.
  • Hype-Wörter („changes everything“, „the future of...“, „next-generation“) – dramatischer Registerton. Streichen.

Wörter, die bestehen bleiben:

  • Konkrete Verben: „track“, „save“, „send“, „find“, „remind“, „split“
  • Konkrete Substantive: „tasks“, „bills“, „miles“, „minutes“, „meals“, „habits“
  • Genaue Zahlen: „30-second“, „5-minute“, „weekly“
  • Zeit- und Zustandsmarker: „before bed“, „after work“, „every payday“

4. Ein Claim pro Panel

Panels mit zwei Claims wirken wie Werbecopy („Track meals AND log workouts“). Panels mit einem Claim wirken wie Produkt-Copy („Track every meal.“). Ein Claim pro Panel konvertiert besser und gibt jedem Panel des Karussells einen eigenständigen Punkt. Fünf Panels = fünf Claims = fünf Gründe zum Installieren.

5. Prüfe den Untertitel in Thumbnail-Größe, bevor du veröffentlichst

Screenshots in den App-Store-Suchergebnissen werden auf ungefähr 1/8 der nativen Größe dargestellt. Untertitel, die bei 1320 × 2868 in deinem Design-Tool großartig aussehen, werden in Thumbnail-Größe manchmal zu unlesbaren Zeichen. Prüfe das, indem du im Editor herauszoomst (oder die Vorschau auf ca. 200 Pixel Breite verkleinerst). Kannst du den Untertitel noch lesen, ist alles gut.

Untertitel-Archetypen, die funktionieren

Muster, die wir konsistent in leistungsstarken Karussells sehen:

  • Imperativverb + konkretes Objekt: „Track every habit.“ „Split every bill.“ „Save without thinking.“
  • Ergebnis + Zeitqualifikator: „Inbox zero before lunch.“ „All your bills, one tap.“
  • Zahlengeführter Nutzen: „30-second workouts, anywhere.“ „5 minutes a day.“
  • Verneinung: „No more lost receipts.“ „Never miss a refill.“ (Sparsam einsetzen – zu viele wirken belehrend.)

Untertitel-Archetypen, die nicht funktionieren

  • Adjektivstapel: „Simple, powerful, intuitive.“ Drei Buzzwords, null Konkretes.
  • Frage-Untertitel: „Want to save more?“ Verkaufsgesprächston. Weglassen.
  • Satz-Untertitel: „Our app helps you track everything you eat in one place.“ Zu lang, zu werblich.
  • Markenname zuerst: „Mealmate is the best way to track meals.“ Nutzer haben noch nicht installiert – die Marke interessiert sie nicht. Fang mit dem Verb an.

Hinweise zu einzelnen Sprachen

Untertitel-Regeln überstehen die Übersetzung größtenteils unbeschadet – aber achte auf Folgendes:

  • Deutsch + Russisch + Ungarisch: Verben stehen am Ende von Teilsätzen. „Track every meal“ dreht sich zu „Jede Mahlzeit verfolgen“. Das Verb steht jetzt hinten und verliert die Verb-zuerst-Wirkung. Für diese Sprachen empfiehlt es sich, den Untertitel für mehr Klarheit umzuformulieren.
  • Japanisch: Imperativverben unterscheiden sich im formellen und im informellen Register. Maschinelle Übersetzung tendiert zum Formellen; App-Untertitel tendieren zum Informellen. Manuell überprüfen.
  • Arabisch / Hebräisch: Rechts-nach-links-Lesefluss. Untertitel funktionieren weiterhin mit Verb zuerst; der visuelle Fluss dreht sich um, die Grammatik bleibt gleich.

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